AG Klinische Neuroimmunologie

Die AG Klinische Neuroimmunologie ist eine von vier Arbeitsgruppen am NCRC. Unser Fokus liegt auf der Verbesserung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei neuroimmunologischen Erkrankungen, insbesondere bei der Multiplen Sklerose. Wir arbeiten dabei mit einem translationalen Ansatz; das bedeutet, dass wir versuchen, neue Entwicklungen und Erkenntnisse aus der Forschung unmittelbar in die klinische Arbeit zu überführen.

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und betrifft vor allem junge Erwachsene. Ursächlich liegen Autoimmunprozesse zugrunde; das bedeutet, das körpereigene Immunsystem verkennt das Nervensystem als „fremd“ und leitet eine Entzündungsreaktion ein, in deren Folge Nervenzellen und Nervenzellfortsätze mit ihrer umhüllenden Schutzschicht geschädigt werden. Es können viele unterschiedliche neurologische Symptome auftreten. MS-Erkrankte können zum Beispiel Kribbelempfindungen oder Taubheitsgefühle verspüren, Lähmungen oder Gleichgewichtsstörungen bekommen, vermehrt stolpern oder Sehschwierigkeiten entwickeln.

Die MS verläuft individuell sehr unterschiedlich, wobei der Verlauf beim einzelnen Patienten nicht gut vorhersehbar ist. Eines unserer Betätigungsfelder ist die Entwicklung und Etablierung neuer Verlaufs- und Prognosemarker. Hierzu gehört z. B. die Verbesserung der Möglichkeiten im Bereich der Magnet-Resonanz-Tomographie Bildgebung (MRT-Bildgebung), z. B. die Ultrahochfeld-MRT oder auch die Etablierung neuer bildgebender Verfahren wie die optische Kohärenztomographie (OCT).

Eine Heilung der MS ist bisher nicht möglich. Der Verlauf und die Beschwerden können jedoch durch verschiedene medikamentöse Therapien und nicht-medikamentöse Maßnahmen günstig beeinflusst werden. Ein weiteres Betätigungsfeld von uns ist die Entwicklung und Durchführung klinischer Studien mit dem Ziel, die therapeutischen Möglichkeiten bei der MS zu verbessern. Hierzu gehören einerseits Medikamentenstudien der Phasen I bis IV, die wir z. T. in Zusammenarbeit mit der Industrie durchführen und andererseits neue nichtmedikamentöse Behandlungsansätze wie die repetitive transkranielle Magnetstimulation zur Behandlung von Depressivität und Fatigue oder die visuelle Restitutionstherapie zur Verbesserung von verbleibenden Sehstörungen nach einer Sehnervenentzündung.

Weitere Erkrankungen, die wir erforschen sind das Susac-Syndrom und die Neuromyelitis optica (weitere Informationen auch unter www.nemos-net.de).

Die AG klinische Neuroimmunologie arbeitet eng mit den interdisziplinären Hochschulambulanzen des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) zusammen. Neben der Hochschulambulanz für Neuroimmunologie gewährleisten weitere Disziplinen eine fundierte Patientenversorgung nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaften. http://www.hochschulambulanz-charite-buch.de